Geschichte

Vom Dorftheater Witikon zum Theater Witikon

Eine Hand voll theaterbegeisterter Leute traf sich im Herbst 1978 auf ein Inserat im Kirchenboten. Ein ehemaliges Kirchenpflegemitglied, Willi Schalcher, gebürtig aus einer traditionsbewussten spielfreudigen Ortschaft, hatte dieses angeregt. Das Quartier war bis auf einige Darbietungen des Turnvereins theatermässig noch nicht abgedeckt. Sollten wir einen Versuch starten und wenn ja, mit was? Die damalige Sozialarbeiterin, Lotti Baumann, hatte schon eine einfache Komödie auf Lager, wir fanden es ok. und verteilten alsbald die Rollen. Unbekümmert begannen wir die Texte auswendig zu lernen, es wurde gar nichts lange hinterfragt, nichts gestrichen, und Susanne Winzenried, eine junge Primarlehrerin versuchte, Regie zu führen. Wir brachten benötigte Requisiten aus unseren Haushalten; alte Kulissen fanden sich im Kirchgemeindehaus; für die Beleuchtung sorgten die drei vorhandenen Scheinwerfer und los ging’s. Eine Aufführung, aber was für eine!! Nie mehr hatten wir das Kirchgemeindehaus so randvoll. Ganz Witikon wollte die eigenen Leute auf der Bühne sehen. Wir merkten rasch, dass uns professionelle Hilfe fehlte, aber die Spielfreude machte vieles wett und brachte uns dazu, doch zu überlegen, ob wir nicht im nächsten Jahr wieder auftreten sollten.

Wir blieben zusammen, die Gruppe konnte als Regisseurin Verena Grendelmeier, eine Fachfrau, gewinnen, ohne Bezahlung nota bene, wir hatten auch gar kein Bankkonto. Bei der zweiten Spielsaison ging alles viel professioneller vor sich. Wir begutachteten schon bei der Dialektfassung, die wir gemeinsam erstellt hatten, dass keine Längen entstanden, dass wir korrekte Worte brauchten und dass wir uns in der Sprache auch wohl fühlten. Viele neue Gesichter fanden den Weg zu uns.

Mit der freiwilligen Kollekte, die wir noch einige Jahre durchführten, unterstützten wir, nach Abzug unserer Kosten, die ökumenische Altersstiftung und wussten immer noch nicht, ob es uns weitergeben sollte.

Bald aber wurde klar, dass wir doch ins Quartier gehörten und auch jährlich eine Aufführung von uns erwartet wurde. Um unsere Fähigkeiten zu verbessern, belegten wir Kurse beim ZVV in Schminktechnik, freiem Spiel und Beleuchtung und, nachdem wir ein kleines Polster auf der Bank angelegt hatten, erteilten wir uns Statuten, denn auf die Befreiung von der Verrechnungssteuer wollten wir nicht mehr verzichten. Also sind wir seit 1984 ein richtiger Verein. Inzwischen wurde aus dem Dorftheater das Theater Witikon.

Mit den stadtüblichen Schwierigkeiten brachten wir fast jährlich eine Produktion auf die Bühne. Dabei war schon die Stückwahl ein Marathonlauf mit Lesen, Spielbarkeit abwägen, Leute suchen (meist fehlten Männer), Bühnenbild entwerfen und bauen. Und doch sind wir nun seit 40 Jahren vorhanden, haben uns im Quartier etabliert und immer noch Freude am Spielen.

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